Schillers Mortimer life bei Barther Gymnasiasten

Ein Nachspiel der besonderen Art hatte der Theaterbesuch der Schüler der 11. Klassen des Schulzentrums Barth. Im Rahmen der Beschäftigung mit der Weimarer Klassik wurde der Besuch einer Aufführung von Schillers „Maria Stuart“ im Stralsunder Theater Vorpommern geplant. Doch zu der Einführung in das Stück durch Dramaturgin und Schauspieler kamen die Schüler hoffnungslos zu spät. Ihr Bus blieb mitten auf der Kreuzung am Langendorfer Berg stehen und war durch nichts in Richtung Theater zu bewegen. Das war besonders bitter, da die Rolle des Mortimer in Schillers Drama von Felix Meusel, einem ehemaligen Barther Abiturienten, gespielt werden sollte und man sich auf diese Begegnung speziell gefreut hatte.

In letzter Minute wurde die Vorstellung mittels eines Ersatzbusses erreicht und von den Schülern durch weg als „großes Theater" eingestuft. Natürlich begeisterte Felix als Mortimer. Darum entschloss man sich kurzerhand, das geplante Vorspiel in ein Nachspiel umzuwandeln. So besuchte Felix seine ehemalige Schule und die Schüler hatten die Gelegenheit, einen echten Schauspieler - Schillers Mortimer – life im Klassenzimmer zu erleben und zu befragen.
Felix erzählte von seiner Schulzeit am Barther Gymnasium (dass auch er nicht immer jedes Buch bis zur letzten Seite gelesen habe), vom Beginn seiner Leidenschaft für die Schauspielerei in der Theatergruppe der Schule, von der Zeit in der Barther Boddenbühne, dem Studium an der Theaterakademie Anklam und seinem ersten Engagement am Theater Vorpommern. Geduldig beantwortete er die vielen Fragen der Schüler und gab ihnen den Rat, bei der Berufs- und Studienwahl nicht nur nach Verdienst und Sicherheit, sondern nach der eigenen Berufung zu fragen. Dabei hätte er das Glück gehabt, sich schon an der Schule ausprobieren zu dürfen und auf Menschen getroffen zu sein, die ihn dabei unterstützt hätten.
Die zukünftigen Ingenieure, Inform atiker, Ärzte, Tourismusfachleute, Juristen, Betriebswirtschaftler, Lehrer und vielleicht auch Schauspieler hörten interessiert zu, blätterten im mitgebrachten Original – Rollenbuch und haben aus dieser Unterrichtstunde sicher nicht nur etwas über Schiller, die Weimarer Klassik und das Theater mitgenommen.

Anmerkung:
Felix Meusel hat 2007
am „Katharina – von – Hagenow – Gymnasium"
das Abitur abgelegt und ist zurzeit am Theater Vorpommern (Greifswald/Stralsund) als Schauspieler engagiert.
B. Schneider
Fahrt nach Schweden
Vom 10. – 12. Oktober hatten 10 Schüler der 10. Klassen unseres Gymnasiums die Möglichkeit, dass sie das Sundgymnasium in Vellinge besuchen können.
Nach einer langen Fährfahrt kamen wir zusammen mit Frau B. Möller in Trelleborg an, wo wir anschließend zu den Gastschülern nach Vellinge fuhren. In einer Schulführung konnten wir die modernen Gebäude etwas kennenlernen. Von den Schülern erfuhren wir, dass jeder, der auf diese Schule geht, einen Laptop geliehen bekommt. Diesen kann man sich dann nach 3 Jahren kaufen oder ihn wieder der Schule zurückgeben. Dank der freien Unterrichtsgestaltung ist es faszinierend, wie multitaskingfähig die Schüler sind: ständig online auf Facebook, aber trotzdem noch dem Unterricht folgend. Sie können mitten in der Stunde den Raum verlassen oder lesen ihre eigenen Bücher. Zur Schule gehören ebenfalls eine große Turnhalle mit Kletterwand, eine Schwimmhalle und ein großer Raum für Schauspielunterricht.
Am nächsten Tag stand eine Stadtführung durch Malmö auf dem Plan. Dank Beziehungen einer Gastschülerin waren wir die erste Generation dieses Projekts, die die Stadt aus dem 53. Stockwerk des Turning Torsos betrachten durfte. Dieser Stock liegt in 190m Höhe und ermöglicht einen atemberaubenden Blick bis nach Dänemark.
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich unser Schulsystem ziemlich von dem in Schweden unterscheidet. Es ist moderner, die Lehrer sind weniger streng und lassen viele Freiheiten, die Aufteilung der Klassen erfolgt danach, ob sie mehr Sprachen studieren wollen oder Ökonomie. Wenn Schüler zu oft im Unterricht fehlen, wird ihnen ein bestimmter Betrag vom Kindergeld abgezogen und die Eltern werden per E-Mail benachrichtigt. Auch in den Haushalten in Schweden ist es momentan Trend, sich aus einem Rezeptbuch Gerichte für eine Woche auszusuchen. Die Zutaten werden dann mit einer Lieferung nach Hause gesendet.
Sollte sich die Gelegenheit ein weiteres Mal ergeben, so würden wir bestimmt wieder solch eine Reise mit Freude wagen.